So finanzieren Sie Studium und Weiterbildung

Finanz-Tipp: So finanzieren Sie Studium und Weiterbildung

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Studierende haben es nicht leicht, denn sie zählen – zumindest aus finanzieller Sicht – zum unteren Rand der Bevölkerungsschicht. Das eigene Studium zu finanzieren, kann somit zu einer großen Herausforderung werden, vor allem für diejenigen, die auf keine gut situierten Eltern zurückgreifen können. Doch Bildung soll in Deutschland jedem möglich sein, unabhängig von seiner sozialen Herkunft. Dabei umfasst Bildung nicht nur das Studium, sondern beispielsweise auch Weiterbildungsmaßnahmen. Die besten Finanz-Tipps, wie zumindest die finanzielle Hürde der Herausforderung Bildung gemeistert werden kann, stellen wir im Folgenden vor.

Studenten sind armutsgefährdet

Keine guten Nachrichten gibt es für die Zukunft Deutschlands, die studierende Jugend. Wer sich selbst in der Situation befindet, dass er bereits einige Tage vor dem Monatsende ein leeres Portemonnaie sein Eigen nennt, der ist gewiss kein Einzelfall. Bei rund 49 Prozent aller deutschen Studenten müsste das Geld Monat für Monat knapp bemessen sein, glaubt man dem Deutschen Studentenwerk. Denn dieser Anteil an Studenten muss ohne Hilfe von den Eltern für das persönliche finanzielle Wohlergehen während des Studiums Sorge tragen.

Betrachtet man die Lebenserhaltungskosten eines „Normalstudenten“, so sieht die Zusammenstellung umso drastischer aus, wenn bedacht wird, dass der typische Studierende im Jahr 2009 lediglich 812 Euro an Einkommen erzielte.

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Durchschnittliche monatliche Lebenserhaltungskosten von Studenten

Rubrik Ausgaben in €
Quelle:www.sozialerhebung.de  
Miete inkl. Nebenkosten 298
Ernährung 165
Kleidung 52
Lernmaterialien 30
Verkehr 82
Kommunikation 33
Freizeit 68
Medizinische Absicherung 66
GESAMT 794

Staatliche Fördermöglichkeiten und Alternativen für Studierende

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Gewiss, der Klassiker unter den Kapitalbeschaffungsmaßnahmen für Studierende ist gewiss das BAföG. Hinter dem Berufsausbildungsförderungsgesetz stecken jede Menge Paragraphen, für die jeder Student gewiss ein ganzes Semester benötigen würde, um sämtliche Fallsticke zu erörtern. Denn ob man überhaupt berechtigt ist, BAföG zu beziehen und in welcher Höhe man Zuschüsse vom Staat bekommt, das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Der Höchstsatz, den Studenten erhalten können, liegt bei 670 Euro. Hinzukommen können allerdings noch Zuschläge für etwaige Kranken- und Pflegeversicherungen. Allerdings gilt zu bedenken, dass nicht nur das eigene Einkommen angerechnet wird, sondern auch das der Eltern. Wer beispielsweise mehr als 400 Euro im Monat eigenständig erwirtschaftet, erhält weniger Geld. Per Gesetz sind praktisch für jeden erdenklichen Fall Regelungen geschaffen worden, sodass jeder seinen Anspruch am besten eigenständig prüfen sollte. Konkrete Beispielrechnungen gibt es auf www.bafög.de einzusehen.

Doch natürlich kann es auch der Fall sein, dass jemand kein BAföG erhält und Kapital benötigt, beispielsweise wenn er bereits ein zu hohes Alter erreicht hat oder seine Studienzeit etwas länger andauert, als es vorab geplant war. In diesem Fall gibt es alternative Möglichkeiten, seine finanziellen Engpässe zu überbrücken.

Alternative Kapitalbeschaffungsmaßnahmen für Studenten

Finanzierungsform Zweck Informationen
Studienbeitragsdarlehen Zahlung von Studiengebühren über das gesamte Studium hinweg In manchen Bundesländern müssen Studenten noch immer Studiengebühren begleichen. Das Studienbeitragsdarlehen ist eine Möglichkeit, sich vom Staat zu günstigen Konditionen Geld zu leihen, um die Gebühren zu begleichen. In erster Linie ist dies aber vor allem für Studenten gedacht, die an privaten Hochschulen unterrichtet werden, an denen die Studiengebühren teils in den fünfstelligen Bereich hineinreichen.
Studienkredit Zahlung von Lebenserhaltungskosten und Studiengebühren über das gesamte Studium hinweg Der Studienkredit gilt als die klassische Form der Studienfinanzierung abseits vom BAföG. Großbanken, Volksbanken, Raiffeisenbanken und auch einige Sparkassen bieten diesen Kredit zu günstigen Bedingungen an, ein Rechtsanspruch besteht allerdings nicht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Krediten wird das geliehene Geld in der Regel nicht auf einmal, sondern in Teilzahlungen monatlich ausgezahlt. Eine Alternative hierzu sind mittlerweile auch Kredite aus privater Hand. Bevor sich allerdings Geld geliehen wird, sollte ein sehr intensiver Vergleich der jeweiligen Anbieter erfolgen, um das günstigste Angebot zu ermitteln, wie es beispielsweise schnell auf www.kreditvergleich.net möglich ist.
Abschlussfinanzierungskredite Zahlung von Lebenserhaltungskosten und Studiengebühren für die letzten Semester Wer sich mit seinem Studium etwas zu viel Zeit gelassen hat oder aus bestimmten Gründen zum Ende seines Studiums in finanzielle Not geraten ist, der kann sich um einen Abschlussfinanzierungskredit bemühen. Ansprechpartner sind in diesem Fall studentische Darlehenskassen oder die jeweiligen Studentenwerke des Bundeslandes, in dem studiert wird. In manchen Fällen kann diese Kreditform sogar zinsfrei in Anspruch genommen werden.
Bildungskredit Zahlung von Lebenserhaltungskosten und Studiengebühren nach bestandener Zwischenprüfung Wer kein BAföG erhält oder auf wen besondere Ausgaben während des Studiums zukommen, die nicht durch das Berufsausbildungsförderungsgesetz abgedeckt sind, der kann sich um einen Bildungskredit bemühen. Beantragt wird dieser beim Bundesverwaltungsamt. Das Gute hierbei: Dieser wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt, allerdings besteht kein Rechtsanspruch. Die Auszahlung beträgt je nach Kreditrahmen 100, 200 oder 300 Euro im Monat, allerdings maximal über 24 Monate. Da der Bund den Bildungskredit unterstützt, gibt es auch diesen zu besonders attraktiven Konditionen.

Weiterbildung für alle – finanzielle Hilfen für Berufsaufsteiger

Der Mensch lernt zeit seines Lebens niemals aus. Nur schade, wenn er sich beruflich nicht weiterentwickeln kann, da nicht das benötigte Kapital vorhanden ist, um entsprechende Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen zu können. Häufig treten Arbeitnehmer den Gang zum Chef an. In manchen Fällen zeigt dieser sich einsichtig und ist bereit, seinen Angestellten finanziell bei seiner Weiterbildung zu unterstützen.

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Viele Arbeitgeber knüpfen daran aber Bedingungen, indem sie beispielsweise eine Kündigung in den kommenden Jahren ausschließen. Immerhin möchte der Arbeitgeber ja auch von seiner Investition profitieren und einen qualifizierteren Arbeitnehmer zukünftig in seinem Unternehmen wissen. Wer dies gerne umgehen möchte, der hat noch viele weitere Möglichkeiten, an das notwendige Kleingeld zu gelangen – und muss dieses oftmals gar nicht zurückzahlen.

Fördermöglichkeiten für Weiterbildende

Jede Form der Weiterbildung Erwerbstätige und Arbeitslose Bildungsprämie Diese Förderungsart gliedert sich auf in die Bildungsprämie, den Bildungsgutschein und das Bildungsdarlehen. In Deutschland ist das Ministerium für Bildung und Forschung für diese Fördermittel verantwortlich. Je nach Förderungsart müssen die Teilnehmer einer Weiterbildung einen Teil selbst aufbringen, können einen Teil durch vermögenswirksame Sparleistungen begleichen oder haben Anrecht auf günstige Finanzierungsmöglichkeiten.
Weiterbildung für Arbeitssuchende Arbeitslose Bildungsgutschein Hierbei handelt es sich um eine schriftliche Zusage der Agentur für Arbeit, dass diese die Kosten für eine Weiterbildung eines Arbeitslosen übernimmt. Rechtsanspruch besteht hierauf allerdings nicht, der jeweilige Sachbearbeiter entscheidet von Fall zu Fall, ob der Bildungsgutschein gewährt wird oder nicht.
Aufstiegsfördernde Leistungen Erwerbstätige, Auszubildende und Arbeitssuchende mit abgeschlossener Ausbildung Meister-BAföG, Stipendium Diese Fördermöglichkeiten richten sich an Personen, die bereits eine Ausbildung hinter sich haben oder während ihrer Ausbildung besonders gute Leistungen zeigten. Je nach Fördermittel können die Kosten für die Weiterbildung zum Teil übernommen werden, wie es beim Meister-BAföG derzeit der Fall ist, oder sogar in Gänze, wie es bei Stipendien in der Regel üblich ist. Zudem sind verschiedene Bedingungen wie Höchstalter und Leistungsvoraussetzungen an die Ausgabe der Fördermittel gekoppelt. Weitere Informationen sind auf www.meister-bafoeg.info erhältlich.

Die Finanzierung von Bildungs- oder Weiterbildungsmaßnahmen ist hierzulande für jeden möglich, sofern man weiß, welchen Anspruch man überhaupt besitzt. Und auch wenn die bürokratischen Hürden wie gewohnt nicht immer einfach zu überwinden sind, wer in seine Zukunft investieren möchte, sollte sich vom Verwaltungsaufwand nicht aufhalten lassen.

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