Croupier

Ein Croupier sammelt die Chips auf einem Roulettetisch mit einem Schieber ein.
Bild: Der Beruf des Croupiers war speziell in den goldenen Casino-Zeiten eine äußerst angesehene und gefragte Tätigkeit. Bildquelle: nazarovsergey - 391277122 / Shutterstock.com

Wer glaubt, der Beruf als Croupier bestehe nur aus Kartenlegen, täuscht sich gewaltig. Croupiers werden psychisch und geistig extrem gefordert. Flinke, sichere Hände und ein schnelles, exzellentes Denkvermögen sind eine Grundvoraussetzung. Hinzu kommt der anspruchsvolle Umgang mit den Gästen, die teilweise ihr gesamtes Vermögen beim Spielen verlieren. Dennoch besitzt der Beruf eine glanzvolle Außendarstellung. Ausbildung und Bezahlung haben es zudem in sich.

Traumberuf Croupier

Die Tätigkeit als Croupier versprüht auch heutzutage immer noch den Glanz der alten goldenen Casino-Zeiten in den sechziger Jahren. Die glanz- und stilvolle Atmosphäre wie aus einer Traumwelt hat sich in den Köpfen der Gesellschaft tief verankert. Die traumhaften Vorstellungen vom eleganten Gewinnen täuschen über die einbrechenden Umsatzzahlen in den deutschen Spielbanken hinweg.

Dennoch gilt der Beruf als Croupier als Traumberuf. Interessierte versprechen sich hohe Bezahlungen und gewaltige Trinkgelder. Dass sich die Umstände des Berufstandes verändert haben, fällt dabei weniger ins Gewicht. Doch spätestens während der Ausbildung zum Croupier realisieren die Bewerber, welch anspruchsvoller und fordernder Beruf sie an den Tischen erwartet.

Die Ausbildung

Um eine Ausbildung als Croupier anfangen zu können, ist der erzielte Schulabschluss, anders als in anderen Branchen, für den Einstieg nicht entscheidend. Voraussetzung ist ausschließlich ein einwandfreies Führungszeugnis, die Volljährigkeit und eine nachgewiesene Schuldenfreiheit. In speziellen Ausbildungsakademien kann der Beruf Croupier in einer sehr praxisnahen Ausbildung erlernt werden. Viele Spielbanken übernehmen die Ausbildung der Dealer und Dealerinnen auch selbst. In der Spielbank integrierte Lehrzentren sind deswegen keine Seltenheit.

Allerdings wird häufig der Werdegang durch die Ausbildung vorherbestimmt. Bei der Ausbildung in der Spielbank selbst handelt es sich in den meisten Fällen um Aushilfskräfte oder Studenten, die den Beruf als Nebenjob machen wollen. Dementsprechend werden die Anfänger-Croupiers auch hauptsächlich für die Poker- oder Black-Jack-Tische ausgebildet. Die Tätigkeit an den beliebten Roulettetischen wird in der Regel von den erfahreneren Croupiers übernommen.

Live Dealer, die in Online-Casinos tätig sind, haben in der Regel dieselbe Ausbildung wie die Dealer aus den Spielbanken durchlaufen. Vom Professionalitätslevel her befinden sich alle Dealer, egal ob aus der Spielbank oder aus dem Online-Casino, auf dem gleichen Niveau. Für eine aufsteigende Karriere in der Spielbank vom Croupier über den Saal-Chef bis hin zum Manager ist aber eine anspruchsvollere und intensivere Ausbildung in einer speziellen Akademie mehr als empfehlenswert.

Doch wer glaubt, hierbei handelt es sich nur um ein wenig Kartenmischen, täuscht sich extrem. Die Ausbildung verläuft in der Regel über mehrere Monate und beinhaltet unter anderem die folgenden Inhalte:

  • Den selbstverständlichen Umgang mit den Spielkarten und den Spieljetons
  • Das Beherrschen von jeglichen im Spiel auftretenden Zahlenkombinationen
  • Das schnelle und präzise Errechnen von Gewinnergebnissen und Summen
  • Die Anordnung der Zahlen im Roulettekessel (vorwärts und rückwärts) muss bekannt sein
  • Das Verständnis der Spielautomatentechnik
  • Kenntnis aller Fachbegriffe in mehreren häufig auftretenden Fremdsprachen

Der Umgang mit den Gästen

Eine der größten Herausforderungen für einen Croupier ist der richtige und geschickte Umgang mit den Gästen. Mit einem Gast, der Glück im Spiel besitzt, lässt sich leicht umgehen. Komplett gegensätzlich verhält es sich teilweise bei den Gästen, die nicht so viel Glück haben. Manche von ihnen verspielen Haus und Hof und wer könnte mehr Schuld an der akuten Pechsträhne besitzen als der Dealer, der die Karten legt oder die Kugel im Kessel rotieren lässt.

Video: Reportage über die Spielsucht in Südkorea.

 

Ausfälligkeiten, Beleidigungen bis hin zu vereinzelten tätlichen Angriffen gehören zum eingeplanten Risiko des Croupier-Berufes. Ein geschickter Umgang mit den Spielern ist in derartigen Situationen von ungeheurer Bedeutung. Der Gast muss beruhigt werden und in besonderen Fällen vor der eigenen Spielsucht geschützt werden. Andererseits ist es im Interesse der Spielbank, den Spieler so lange wie möglich am Tisch zu halten. Das richtige Abwegen der Situation durch den Croupier ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Aus diesem Grund werden die angehenden und auch bereits tätigen Croupiers immer wieder in Seminaren zu den Themen Spielsucht und Umgang mit den Gästen geschult. Es ist ebenso ein fester Bestandteil der Ausbildung wie die anspruchsvolle Abschlussprüfung, die längst nicht jeder Bewerber besteht.

Danach folgt eine lange und oft steinige Karriere, welche über die Jahre aber mehr an Flexibilität gewonnen hat. Dennoch ist in den meisten Spielbanken für die Stellung des Tischcroupiers eine fünfjährige Berufserfahrung vonnöten. Die Bezahlung steigt aber auch deutlich über die Jahre.

Bezahlung nicht nur noch durch Trinkgelder

In den goldenen Casino-Zeiten, als die Umsätze der Spielbanken stetig stiegen, wurden die Croupiers ausschließlich von den Trinkgeldern bezahlt. Zwar war das Einkommen von Monat zu Monat unterschiedlich, dennoch galt der Beruf als äußerst lukrativ. Mit den sinkenden Umsätzen und Spielerträgen der Casinos wurde die Bezahlung der sogenannten Spieltechniker allein aus Trinkgeldern unmöglich.

Heutzutage beziehen die Mitarbeiter ein festes Grundgehalt. Hinzu kommen allerdings die Trinkgelder, die im sogenannten „Tronc“ gesammelt werden. Wenn die Summe im Tronc die Summe der Grundgehälter übersteigt, wird der Überschuss an die Croupiers ausbezahlt.

Das Monatseinkommen kann also auch heutzutage noch variieren, es existiert aber eine Grundsicherung. Dennoch ist der Croupier an erfolgreichen Spielern interessiert, da diese in der Regel deutlich spendabler mit Trinkgeldern umgehen.

Als Einsteiger lässt sich als Croupier circa 1.500 Euro im Monat verdienen. Im Verlauf der Karriere können es zwischen 3.000 und 5.000 Euro werden. Zusätzlich muss ein Croupier aber die Nacht lieben. Zwar wird im Schichtsystem in den Spielbanken gearbeitet, jedoch gehen diese in der Regel bis vier Uhr morgens.