Unsere Gesellschaft wird bunter und wir nehmen ihre Vielfalt durch öffentliche Debatten etwas differenzierter wahr. In diesem Zusammenhang rücken die Themen Sprache und die Verwirklichung von Teilhabechancen in der frühen Kindheit wieder zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit.
Familienzentren, Kindertageseinrichtungen und Krippen haben den Auftrag alle Kinder, unabhängig von Herkunft, Sprache, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, mit oder ohne Behinderung in ihrer individuellen Entwicklung und bei der Entfaltung ihrer Potenziale zu unterstützen. Dieser Auftrag wird von pädagogischen Fachkräften schon seit geraumer Zeit auf der Grundlage eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses umgesetzt. Dabei richtet sich die professionelle Aufmerksamkeit auf die Einzigartigkeit eines jeden Kindes sowie auf das gemeinsame Leben und Lernen. Hier wird deutlich, dass dieses Bildungsverständnis schon durch ein "implizites Inklusionsverständnis" gekennzeichnet ist. Vor diesem Hintergrund stellt sich nicht mehr die Frage ob, sondern wie eine inklusive Praxis bewerkstelligt werden kann.
Inklusion ist ein Menschenrecht. Kinder können dieses Recht nicht einklagen. Kinder brauchen Erwachsene, die Mut haben strukturelle Gegebenheiten und eigene Denkweisen kritisch zu hinterfragen. Sie brauchen Fachkräfte, die bereit sind sich fachlich weiterzuentwickeln und sich nicht scheuen, Neuland zu betreten.
Annedore Prengel sieht Inklusion als einen "unabschließbaren Prozess der Demokratisierung frühkindlicher Bildung". Ob wir uns auf diesen Prozess einlassen oder nicht, hängt alleine von unserer Bereitschaft ab.
Ziel der Fortbildung ist es, pädagogische Fachkräfte in ihrer professionellen Weiterentwicklung zu unterstützen, um Inklusion auf der Basis eines fundierten Fachwissens und einer reflektierten, kritischen Haltung praktisch lebendig werden zu lassen.
Aufbau einer entwicklungsfördernden Grundhaltung im pädagogischen Alltag
Vermittlung von
entwicklungspsychologischen Grundlagen (0-10 Jahre) und
fundiertem Fachwissen über die Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Reproduktionsprozesse der Kinder mit Entwicklungsbesonderheiten in den vier fachgebundenen Modulen
Unterstützung von Selbstwirksamkeit und Kommunikationsfähigkeit aller Kinder in Bezug auf
Erwerb von konkreten Kompetenzen im Erkennen von und dem Umgang mit den individuellen Bedürfnissen aller Kinder
die Zielsprache Deutsch und in Bezug auf familiensprachliche Besonderheiten
Alle Kinder sollen erfahren, dass ihre individuellen Entwicklungsmöglichkeiten zum Gruppengeschehen beitragen und ihre individuelle Tätigkeit untereinander durch ein gemeinsames Thema verbunden ist
vertieftem Fachwissen und dem daraus resultierenden Wachsen einer stützenden Teamkultur, in der jede/r Eigenverantwortung übernimmt.