Das Berufsförderungswerk Dortmund hat seinem Integrationsangebot ein neues Konzept gegeben: das Integrationscenter. Hier wird die Erarbeitung einer individuellen Integrationsstrategie mit den Teilnehmenden und die aktive Arbeitsplatzakquisition für eine passgenaue Platzierung am Arbeitsmarkt realisiert. Im Vorfeld der Integration wird mit den potenziellen Teilnehmenden ein obligatorisches individuelles Gespräch geführt, um die Integrationsbereitschaft zu klären, den Förderbedarf zu bestimmen sowie einen Einstiegstermin festzulegen.
Während der gesamten Maßnahme werden die Teilnehmenden durch ein Integrationsteam fortlaufend begleitet. Diese Begleitung beinhaltet die aktive Akquise möglicher Arbeitsplätze ebenso wie die sozialpädagogische Betreuung (Coaching) und die Begleitung durch den psychologischen und medizinischen Reha-Fachdienst des BFW Dortmund.
Zur erfolgreichen beruflichen Integration stehen vier Module zur Verfügung, von denen zwei optional wählbar sind.
Orientierung und Stabilisierung (Modul A)Das erste optionale Modul dauert bis zu vier Wochen und hat zum Ziel, den Teilnehmenden Orientierungshilfen zu geben, um die Integrationsangebote anzunehmen und aktiv zu erarbeiten. Förderangebote der Psychologie und Medizin stehen zur Verfügung, um einen hohen Stabilisierungsgrad zu erreichen. Dazu zählen auch Trainings von Arbeitsformen und die Strukturierung des Tagesablaufs.
Zu Beginn dieses 8-wöchigen Moduls erarbeiten die Teilnehmenden mit dem Integrationsmanager eine individuelle Berufsperspektive und die dazu passende Integrationsstrategie. Es werden folgende Coachingschritte angeboten:
- Erstellung eines persönlichen Integrationsplans
- Ggf. ergänzendes Assessment
- Umsetzung der im Integrationsplan vereinbarten Schritte
- Organisation und Durchführung der Praktikums- und Arbeitsplatzakquisition
- Nachgehende Beratung und Vermittlungsaktivitäten
- Dokumentation des Integrationsplans
Parallel dazu werden die Teilnehmenden gezielt den für sie erforderlichen Trainingseinheiten zugewiesen, z. B. zu Themen wie Selbstsicherheit, Körpersprache, Kommunikation und Rhetorik, Bewerbertraining oder PC-Grundlagen-Training zur Erstellung angemessener Bewerbungsunterlagen.
Betriebliches Praktikum (Modul C)Die viermonatige Praxisphase dient dem Kennenlernen des potenziellen Arbeitgebers, des Umfeldes und der Kollegen, der Heranführung an betriebsübliche Tätigkeiten und der Einarbeitung in die angestrebte Stelle.
Regelmäßige Kontakte mit dem Praktikumsbetrieb und den Teilnehmenden gewährleisten einen reibungslosen Verlauf und eine angemessene Qualität der Praktikumstätigkeit.
Anlässlich individuell terminierter Rückholtage finden sich die Teilnehmenden im Berufsförderungswerk ein, um hier über den Fortgang ihres Praktikums, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse, aber auch ihre Schwierigkeiten zu berichten.
Qualifizierung (Modul D)
Optional sind Qualifizierungen unterschiedlicher Dauer in allen im Berufsförderungswerk Dortmund angebotenen Berufsfeldern möglich und werden bei Bedarf auch bei externen Anbietern recherchiert. Ergänzt wird das Angebot ggf. durch Qualifizierungsinhalte aus dem Online-Lernen.
Das Qualifizierungsmodul steht zum einen jenen Teilnehmenden zur Verfügung, denen es im Praktikum gelungen ist, einen Arbeitsplatz zu akquirieren und bei denen nun gemeinsam mit dem zukünftigen Arbeitgeber eine passgenaue Qualifizierung für diesen Arbeitsplatz geplant werden kann ("First place, then train"). Zum anderen kann es auch jenen Teilnehmenden angeboten werden, bei denen sich in der Trainings- und Bewerbungsphase (Modul B) herausstellt, dass es aufgrund veralteter Qualifikationen oder anderer fachlicher Defizite nicht gelingt, einen Praktikums- oder Arbeitsplatz zu erlangen. Für diese Teilnehmenden wird nach Maßgabe ihrer beruflichen Vorerfahrungen, ihrer Fähigkeiten und ihrer Neigungen ein Qualifizierungsangebot ausgewählt, das angesichts der arbeitsmarktlichen Situation erfolgversprechend ist ("First train, then place").
Am Ende der Maßnahme wird für jeden Teilnehmenden ein Bericht erstellt. Er beinhaltet Angaben zum Verlauf der Maßnahme, zur Teilnahme an den angebotenen Trainingseinheiten und ggf. zu Besonderheiten im Verlauf der Maßnahme. Die Teilnehmenden erhalten eine Bescheinigung über die durchgeführten Trainings- und Qualifizierungsmodule.