Spricht ein Kind Ihrer Gruppe in bestimmten Situationen nicht oder verweigert es das Sprechen im Kindergarten komplett, obwohl es zu Hause gut sprechen kann? Haben Sie den Eindruck, dass dieses Schweigen mehr ist als Schüchternheit? Dann könnte es sich um das "Nicht-Sprechen unter bestimmten Bedingungen", um selektiven Mutismus handeln.
Von selektivem Mutismus wird gesprochen, wenn das Kind in bestimmten Situationen oder mit bestimmten Personen nicht spricht, z.B. in der Kita nicht mit den pädagogischen Fachkräften. Auch Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erwerben, zeigen mitunter ein Verhalten, welches dem selektiven Mutismus sehr ähnlich ist: Sie kommen jeden Tag in die Einrichtung und erwerben die deutsche Sprache zunächst quasi passiv und rezeptiv. Selbst nach einigen Wochen und Monaten sprechen sie in der Gruppe kein Wort, obwohl sie dies schon könnten.
Typische Merkmale
das Kind spricht in bestimmten Situationen nicht, z. B. in der Kita oder auf dem Spielplatz
auf Fragen und Aufforderungen reagiert es gar nicht oder ausweichend (vermeidet Blickkontakt, versteckt sich, verkrampft)
das Sprachverständnis des Kindes ist jedoch gut
zu Hause und mit vertrauten Personen spricht es, teilweise auch sehr viel (Nachholbedarf)
Inhalte:
Kennzeichen und Ursachen des (selektiven) Mutismus
Umgang mit selektiv mutistischen Kindern
Gestalten von sprachförderlichen Aktivitäten
Sprache und Kinderrecht / Kinderschutz
Stärkung der Selbst- und Reflexionskompetenz der Fachkräfte