🧭 Zielsetzung
Der Lehrgang befähigt Teilnehmende, additive Fertigungstechnologien eigenständig, wirtschaftlich und sicher in industriellen Umgebungen einzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen:
Einrichtung, Betrieb und Wartung von FDM-, SLA-, SLS- und Metall-3D-Drucksystemen.
Materialhandling (Trocknung, Lagerung, Sicherheit).
Prozessüberwachung und Fehlerdiagnose.
Nachbearbeitung und Qualitätssicherung.
🧩 Struktur und Module
Der Kurs ist modular aufgebaut. Jedes Modul ist in sich abgeschlossen (je 200 UE). Ein Einstieg ist jederzeit möglich.
Nach erfolgreichem Abschluss aller Module erhalten Teilnehmende das Zertifikat "Techniker für Additive Fertigung"
Modul 1: FDM - Fused Deposition Modeling
Ziel:
Verständnis und sichere Anwendung von Schmelzschichtverfahren mit industriellen FDM-Systemen.
Inhalte:
Aufbau und Funktionsweise von FDM-Druckern
Materialkunde: PLA, PETG, ABS, ASA, PA, PC, TPU
Kalibrierung: Steps/mm, E-Steps, Z-Offset, Flow
Druckparameter & Slicing (Wandstärken, Infill, Supportstrukturen)
Wartung, Fehlererkennung & -behebung
Konstruktion und Parametrisierung praxisnaher Bauteile
Praxisbeispiele:
Parametrische Rohrschelle, Axialgleitführung, Schlauchpumpe, Bistabiler Schalter, Abschlussprojekt
Modul 2: SLA - Stereolithografie
Ziel:
Sichere Handhabung lichtaushärtender Materialien und präziser Harzdruckverfahren.
Inhalte:
Aufbau und Funktionsweise von Harzsystemen
Arbeitssicherheit (PSA, Harzhandhabung, Filterung)
Z-Offset-Kalibrierung, FEP-Folienpflege, Supportstrategien
Reinigung, Nachhärtung und Qualitätskontrolle
Fehleranalyse (Peel-Failure, Clouding)
Wartung und Pflege optischer Systeme
Ergebnis:
Die Teilnehmenden können SLA-Prozesse sicher durchführen, Harze effizient managen und filigrane Bauteile prüfen
Modul 3: SLS - Selektives Lasersintern
Ziel:
Vertieftes Prozessverständnis und sicherer Umgang mit Pulverbettverfahren.
Inhalte:
Aufbau und Steuerung von SLS-Systemen
Pulvereigenschaften, Siebung, Aufbereitung
Belichtungs- und Heizparameter, Schichtmanagement
Prozessoptimierung und Fehleranalyse
Nachbearbeitung (Entpulvern, Schleifen, Färben)
Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit feinem Pulver
Ergebnis:
Absolventen können SLS-Anlagen selbstständig einrichten, betreiben und warten. Sie sichern Qualität und Wirtschaftlichkeit im Betrieb
🧠 Lernergebnisse
Nach Abschluss beherrschen die Teilnehmenden:
Maschinenkompetenz: Einrichtung, Kalibrierung, Wartung, Fehlerdiagnose
Werkstoffkompetenz: Auswahl und Verarbeitung von Thermoplasten, Pulvern und Harzen
CAD-Kompetenz:
Modellierung mit Autodesk Fusion
Parametrische Konstruktion & technische Zeichnungen
Export in STEP, STL, 3MF und Vorbereitung für Slicing
Qualitätssicherung: Nachbearbeitung, Prüfmethoden, Dokumentation