Diese Weiterbildung vermittelt fundiertes Wissen zur Entwicklung, Anwendung und Weiterentwicklung agiler Reifegradmodelle. Ziel ist es, Reife nicht nur zu messen, sondern als Ausgangspunkt für gezielte Veränderung in Teams, Bereichen oder ganzen Organisationen zu nutzen.
Die Teilnehmenden lernen, eigene Reifegradmodelle zu entwerfen, auf spezifische Kontexte zuzuschneiden und mit realen Stakeholdern gemeinsam weiterzuentwickeln. Psychologische, systemische und organisatorische Aspekte werden ebenso betrachtet wie Methoden zur Messung und Visualisierung - von qualitativen Interviews bis hin zu strukturierten Health Checks.
Darüber hinaus werden Ansätze vorgestellt, um Reife gezielt durch Interventionen zu fördern, Ergebnisse zu interpretieren und kontinuierliche Verbesserungsprozesse zu gestalten. Der Fokus liegt auf einem praxisnahen, evidenzbasierten Vorgehen, das agile Prinzipien mit systemischem Denken verbindet.
Grundlagen agiler Reife (ca. 2 Tage)
- Einführung in Reifegradmodelle in agilen Organisationen
- Warum Reifegrade wichtig sind
- Überblick gängiger Modelle (z. B. Agile Fluency®, Spotify Health Check, Path to Agility, etc.)
- Verbindung von Reifegraden mit empirischem Arbeiten
- Stakeholderverständnis und Wirkungsmessung
Ein neues agiles Reifegradmodell entwickeln (ca. 7 Tage)
- Systemtheorie und Reife: Warum lineare Reifestufen oft nicht ausreichen
- Komplexität vs. Reife: Wie passt Cynefin zu Reifegradmodellen?
- Bias und Subjektivität: Wie man Verzerrungen in Reifemodellen erkennt und reduziertManagement, Strategie).
- Transparenz vs. Vereinfachung: Was macht ein Modell verständlich UND präzise?
- Balance zwischen Diagnose und Entwicklung: Modelle als Reflexions- und Entwicklungswerkzeug
- Modularität und Erweiterbarkeit: Wie man Reifemodelle skalierbar aufbaut.
- Reife als Dialog: Beteiligungsformate zur Entwicklung von Modellen (z. B. Reife-Workshops)
- Empathie mit Zielgruppen: Sprache und Format passend zur Zielgruppe gestalten (Team, PO, Management)
- Widerstände und Ownership: Wie man Reifemodelle nicht "von oben" überstülpt.
- Unterschiede zwischen Team-, Bereichs- und Organisations-Reife.
- Vom Modell zur Handlung: Wie man Reifegradmodelle mit Maßnahmen verknüpft
- Verwendung in Retrospektiven, Strategie-Offsites, EBM-Zielen
- Erfolgskriterien für Reifegradmodelle: Woran erkenne ich, dass mein Modell "wirkt"?
Diagnose und Messen von Reifegraden (ca. 3 Tage)
- Auswahl und Einsatz von Diagnose-Tools
- Befragungstechniken, Workshops, Beobachtung
- Reifegrad-Messmethoden: qualitativ vs. quantitativ
- Umgang mit Subjektivität und Widerständen
- Agiler Health Check: Anwendung und Auswertung
- Stakeholderverständnis und Wirkungsmessung.
- Stakeholder-Mapping: Wer darf Reife messen - und wer nicht?
- Umgang mit Mess-Müdigkeit in Teams
- ("Survey-Fatigue")
- Interpretation und Visualisierung von Ergebnissen
Reife verbessern durch gezielte Interventionen (ca. 3 Tage)
- Ableiten von Maßnahmen auf Basis der Diagnose
- Priorisierung nach Wirkung und Machbarkeit
- Verbindung mit EBM (Evidence-Based Management)
- Priorisierung von Reife-Dimensionen
- Definition "Reifehypothese"
- Change Canvas und Impact Mapping zur Intervention
- Planung von Verbesserungszyklen (Inspect & Adapt)
- Pilotierung und Experimente
- Change begleitend messen
Projektarbeit und Prüfung (ca. 5 Tage)
- Zeit für die Prüfungsvorbereitung
- Zeit für die Projektarbeit. Realer und komplexer Anwendungsfall aus der Praxis.
- Prüfungsvorbereitung auf die erste Prüfung
- 1. Prüfung: Multiple Choice (Deutsch)
- Prüfungsvorbereitung auf die zweite Prüfung
- 2. Prüfung: Projektarbeit / Anwendungsfall (Deutsch)