Mit dem Zertifikat CAS Geodaten erhalten Sie grundlegende Fähigkeiten zum Aufbau von Geodateninfrastrukturen mit räumlichen Datenbanken und Web-GIS sowie zur Programmierung mit Python.

Sie arbeiten mit folgenden Werkzeugen:

  • PostGIS und pgAdmin
  • Anaconda, Jupyter Notebooks
  • Diverse freie Bibliotheken

FME (Testlizenz)

Lernziele

Sie können Ihre eigenen und externe Daten in einer Geodatenbank verwalten und für Ihre Organisation lokal oder als Internet-Dienst zur Verfügung stellen (Web-GIS).
Anpassungen an Software oder Automatisierung von Geoverarbeitungsprozessen können Sie mit eigenen Programmierungen vornehmen.
Sie erhalten grundlegende Fähigkeiten zur Geodatenverwaltung und zum Aufbau einer GDI (Geodateninfrastruktur).

Kurs 1: Geodatenbanken

Die Veranstaltung führt die Teilnehmenden in Datenbanksysteme mit besonderer Berücksichtigung der räumlichen Aspekte ein. Neben den Grundlagen des Aufbaus relationaler Datenbanksysteme kommen dabei Selektionen, geschachtelte SQL-Abfragen, algebraische Relationen sowie Standardisierungsbemühungen und Sicherheitsaspekte zur Sprache. Der Kurs vermittelt neben Beispielen aus der angewandten, geowissenschaftlichen Forschung eine Anleitung zur Erstellung einer eigenen räumlichen Datenbank am Beispiel von PostGIS.

Qualifikationsziele
  • Spezifische Kenntnisse über Datenbanksysteme
  • Arbeit mit PostgreSQL, PostGIS und pgAdmin
  • Fertigkeiten in der Erstellung raumrelevanter, relationaler Datenbanken
  • Fähigkeit zur Integration von Datenbanken in GIS
  • Spezifische Kenntnisse über einfache und geschachtelte SQL-Abfragen zur räumlichen Analyse
  • OGC Standards (Simple Feature Model und General Feature Model)
  • Optimierungsstrategien bei Datenbanken

Sicherheitsaspekte

Kurs 2: Web-GIS

Der Kurs behandelt die theoretischen Grundlagen zum Aufbau internetgestützter GIS-Plattformen. Dabei werden neben den grundlegenden Systemanforderungen an die EDV-Technik auch mögliche Umsetzungen mit Open Source- wie auch proprie-tären Softwarepaketen vermittelt.
Die Teilnehmenden erarbeiten sich in praktischen Übungen am Rechner erste Kenntnisse zu Aufbau und Verwaltung eines Web-GIS unter Einbeziehung eigener und fremder Datensätzen. Im Schwerpunkt wird mit der OpenSource-Software QGIS Server oder GeoServer sowie Mapbender gearbeitet und eine beispielhafte GDI entwickelt.

Qualifikationsziele

Übersicht über verschiedene Web-GIS-Systeme
Kenntnisse der möglichen Einsatzbereiche und ihrer Grenzen
Kenntnisse spezifischer Systemanforderungen
Kenntnisse über die gängigen wichtigen Basiskomponenten WMS (WFS, WCS, …)
Basiswissen zum Aufbau eines Web-GIS mit entsprechenden OGC( Open Geospatial Consortium) Standards
Implementierung eines Web-GIS mit Basisfunktionalität
Integration eigener Daten in ein Web-GIS
Einbindung von Basiskarten (OSM) in ein Web-GIS
Einführung in die Erstellung einer GDI

Kurs 3: GIS-Programmierung mit Python

Bei intensiver Beschäftigung mit GIS Software kommt man häufig an die Grenzen der verfügbaren Werkzeuge und Methoden. Um Erweiterungen der Standardsoft-ware zu entwerfen und umzusetzen (z.B. Programmierung von Hilfswerkzeugen, Umsetzung neuer Ideen oder Erzeugung von Batchprozessen), sind Kenntnisse im Bereich Programmierung und Softwarestruktur unerlässlich. Das Modul vermittelt dementsprechend Kenntnisse am Beispiel der Geoprozessierung mit der Program-miersprache Python. Beurteilungsgrundlage bilden selbstständig zu bearbeitende Programmier-aufgaben.

Qualifikationsziele
  • Kenntnisse zur Programmstruktur von Python 3.x
  • Fähigkeit zur Verwendung von Kontrollstrukturen in Python
  • Einführung in objektorientiertes Programmieren

+Kenntnisse von Funktionen, Klassen, Vererbung

  • Einführung zur Arbeit mit Jupyter Notebooks, Pandas, Numpy, Matplotlib
  • Fähigkeit zur Geodatenverarbeitung mit GeoPandas, GDAL

Kenntnisse von PyQGIS und ArcPy

  • Fähigkeit zur selbstständigen Gestaltung und Anpassung der verfügbaren GIS-Software
  • Fertigkeiten im Umgang mit Entwicklungsumgebungen, der Programmierung von Erweiterungen bzw. Makros
  • Kenntnisse unabhängiger Komponenten zum einfachen Programmieren von Erweiterungen

Kurs 4:Verwaltung von Geodaten

Die Verwaltung von Geodaten als Geodatenmanagement vereint die Kompetenzen der Geoinformatik, der Informationstechnologie und des Managements. Die Teil-nehmenden erarbeiten sich die Schlüsselqualifikationen Recherche, Verwaltung und Auswertung von Geodaten zum Aufbau und zur Fortführung von GDI auf verschie-denen administrativen Ebenen.
Die Teilnehmenden erhalten grundlegende Einblicke in die verschiedenen Geodaten-infrastrukturen Europas (INSPIRE), Deutschlands (GDI-DE) und der Bundesländer (GDI-BW).
Der praktische Schwerpunkt dieses Moduls liegt bei der interoperablen Verwaltung von eigenen und öffentlich verfügbaren Geodaten.

Qualifikationsziele
  • Basiswissen der IT
  • Kenntnisse über Normen und Spezifikationen für Geodaten
  • Grundlagen der Interoperabilität
  • Sammlung, Aufbereitung und Zusammenstellung von Geobasis- und Geofachdaten (ETL)
  • Projektmanagement in Geodateninfrastrukturen

Kenntnisse über die Erstellung von Metadatenkatalogen

Jedes Modul findet an drei Tagen an der Universität Tübingen statt. Weiter 30 Unterrichtseinheiten werden im Selbststudium bearbeitet.