Die Weiterbildung ist durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) anerkannt

Qualifizierte Praxisanleiter/innen sind für die praktische Ausbildung der Lernenden in Pflegeberufen
unerlässlich und tragen wesentlich dazu bei, dass diese eine gute berufliche Handlungskompetenz
erreichen.
Auch das Pflegeberufegesetz trägt dieser Tatsache Rechnung und fordert die verpflichtende Wei-
terbildung von Praxisanleiter/innen im Umfang von 300 Stunden.
Damit Praxisanleiter/innen Anleitungen entsprechend dem allgemein anerkannten Stand berufspädagogischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse planen, durchführen und evaluieren können, bedarf es vertieften Wissens und erweiterter Fähigkeiten, die in dieser Weiterbildung vermittelt werden.

Die Weiterbildung gliedert sich in drei Module

1. Grundlagen der Praxisanleitung anwenden
2. Professionell handeln im Tätigkeitsfeld der Praxisanleitung
3. Persönliche Weiterentwicklung fördern

Inhalte der Weiterbildung
1. Modul: Grundlagen der Praxisanleitung anwenden
Reflektiert lernen und lehren in der Pflegepraxis
• Grundlagen der Erwachsenenbildung
• Lernort Praxis
• Schulung und Beratung im Team
• Methodik eines Mentoring
• Gestaltung von Lern- und Arbeitsprozessen
• Lösungsorientierte Beratung als Aufgabe des Mentors
• Reflexion und Dokumentation im Mentoring
• Methoden der Lernerfolgskontrolle
• Umgang mit schwierigen Situationen
Wissenschaftlich begründet pflegen
• Professionstheoretische Ansätze der Pflege
• Methoden der Literarturrecherche
• Bewertung der Güte von Texten und Forschungsarbeiten
• Formulierung von Kernaussagen
• Evidence Based Nursing
• Pflegeforschung und Bezugswissenschaften
• Formulierung von Fragestellungen und Zielsetzungen
• Schriftliche Abhandlung formulierter Fragestellungen
• Einstieg in die deskriptive Statistik
Weiterbildung
Voraussetzungen zur Anleitung reflektieren und analysieren
• Aufgaben- und Pflichten im Rahmen der Aus- und Weiterbildung
• Curriculare Konzepte
• Lernortkooperation
• Persönliche und institutionelle Voraussetzungen und Ressourcen
• Selbst- und Zeitmanagement
• Rahmenbedingungen der eigenen Abteilung
• Identifikation und Transformation von Lernangeboten
• Richtlinien, Standards und Handbücher
• Dokumente zur Praxisanleitung
Qualitätsmanagement prozesshaft gestalten
• Vertiefung des Qualitätsmanagements
• Qualität der Praxisanleitung
• Patientensicherheit
• Risk-Fehlermanagement, Sicherheitskultur
2. Modul: Im Tätigkeitsfeld der Praxisanleitung professionell handeln
Die Rolle als Praxisanleiter/in bewusst wahrnehmen
• Menschenbild
• Rollenverständnis eines Praxisanleiters
• Rollenkonflikte in der Praxisanleitung
Anleitungsprozesse planen, gestalten und durchführen
• Grundlagen (pflege-)didaktischer Modelle
• Gestaltung von Anleitungssituationen
• Anleitungsprozess
• Methoden der Anleitung
• Feedback
• Herausfordernde Anleitungssituation
• Lernberatung
• Lernbiografie
Beurteilen und bewerten
• Gesetzliche Grundlagen und Richtlinien zur beruflichen Aus- und Weiterbildung
• Grundlagen der Beurteilung
• Bewertungskriterien
• Beurteilungsfehler
• Strukturierte Beobachtung
• Kompetenzorientierte Lernzielformulierung
Weiterbildung
• Dokumentation von Anleitungsprozessen und Prüfungen
• Organisation und Durchführung von Leistungskontrollen und praktischer Abschlussprüfung
• Vor-, Zwischen und Abschlussgespräche
3. Modul: Persönliche Weiterentwicklung fördern
In der Rolle als Praxisanleiter/in Beziehungen gestalten
• Berufliches Selbstverständnis
• Nähe und Distanz
• Gesprächsführung in herausfordernden Situationen
• Selbsterfahrung/Selbstreflexion
• Kollegiale Fallberatung
• Ambiguitätstoleranz
• Resilienz
• Rollenverständnis/Rollenkonflikte
• Beziehungsgestaltung in der Praxisanleitung
Handlungskompetenz in der Praxis fördern
• Entwicklung von der Qualifikation zur Kompetenz
• Formen des Lehrens
• Auswahl und sinnvoller Einsatz von Medien
• Lernen aus Fehlern
• Lernberatung/Lerncoaching und Entwicklungs- und Fördergespräch
• Entwicklung begleiten
• Kontrolle des Lernerfolgs
• Situationsorientiertes Lernen
• Transfer und Verknüpfung Theorie/Praxis
• Umgang mit der Theorie/Praxiskonflikt
Mit kultureller Vielfalt professionell umgehen
• Kulturelle Sensibilität, Diversity
• Verschiedene Kulturen, Gesundheits- und Versorgungssysteme, Unterschiede, Menschenbilder und Welthierarchien
• Besonderheiten in der interkulturellen Kommunikation
• Interkulturelle Teamentwicklung
• Besonderheiten von Nähe und Distanz im kulturellen Kontext