Der Kurs "Kaufmännische Grundlagen DATEV Rechnungswesen mit Schwerpunkt Herstellerhaftung und unlauterer Wettbewerb für Mitarbeiter im Bereich Recht" vermittelt grundlegende Kenntnisse des betrieblichen Rechnungswesens und verbindet diese mit ausgewählten haftungs- und wettbewerbsrechtlichen Fragestellungen. Ziel ist es, Mitarbeitenden im juristischen Umfeld ein strukturiertes Verständnis für buchhalterische Abläufe zu vermitteln und die finanziellen Auswirkungen rechtlicher Sachverhalte im Unternehmen nachvollziehbar zu machen.
Im ersten Teil werden die Grundlagen der Finanzbuchhaltung behandelt. Die Teilnehmenden lernen die Aufgaben und Funktionen des Rechnungswesens kennen, setzen sich mit den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung auseinander und erhalten eine Einführung in die Systematik der doppelten Buchführung. Themen wie Kontenrahmen, Buchungssätze, Belegwesen sowie die Struktur von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung werden systematisch erläutert. Ziel ist es, wirtschaftliche Vorgänge buchhalterisch einordnen und finanzielle Auswirkungen rechtlicher Entscheidungen verstehen zu können.
Im Anschluss erfolgt eine Einführung in DATEV Rechnungswesen. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über Aufbau und Bedienstruktur des Programms sowie über grundlegende Funktionen zur Erfassung und Auswertung von Geschäftsvorfällen. Es wird dargestellt, wie Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen oder Schadensersatzleistungen im System abgebildet werden und wie entsprechende Auswertungen zur internen Dokumentation und rechtlichen Bewertung herangezogen werden können.
Ein zentraler Schwerpunkt des Kurses liegt auf der Herstellerhaftung. Behandelt werden die rechtlichen Grundlagen der Produkthaftung, insbesondere nach dem Produkthaftungsgesetz, sowie vertragliche und deliktische Haftungstatbestände. Die Teilnehmenden analysieren typische Fallkonstellationen wie Produktmängel, Sicherheitsdefizite oder Instruktionsfehler und betrachten deren finanzielle Auswirkungen. Dabei wird insbesondere die Bildung und Bewertung von Rückstellungen, die Erfassung von Schadensersatzansprüchen sowie die bilanziellen Konsequenzen von Haftungsfällen thematisiert.
Darüber hinaus wird das Recht des unlauteren Wettbewerbs behandelt. Die Teilnehmenden setzen sich mit den Grundzügen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) auseinander, insbesondere mit irreführender Werbung, vergleichender Werbung, unzulässigen geschäftlichen Handlungen und wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen. Im Zusammenhang mit dem Rechnungswesen werden mögliche finanzielle Folgen wettbewerbsrechtlicher Verstöße betrachtet, etwa Abmahnkosten, Vertragsstrafen, Schadensersatzforderungen oder Umsatzeinbußen.
Ein weiterer Bestandteil des Kurses ist die Analyse von Schnittstellen zwischen Rechtsabteilung, Geschäftsführung und Finanzbuchhaltung. Die Teilnehmenden lernen, wie rechtliche Risiken identifiziert, dokumentiert und kaufmännisch bewertet werden. Dabei werden interne Kontrollmechanismen, Dokumentationspflichten sowie Compliance-Anforderungen berücksichtigt.
Zusätzlich werden grundlegende betriebswirtschaftliche Auswertungen behandelt, die im Kontext von Haftungs- oder Wettbewerbsverfahren relevant sein können, beispielsweise Umsatzanalysen, Kostenstrukturen oder Deckungsbeiträge. Ziel ist es, finanzielle Daten im Rahmen rechtlicher Bewertungen sachgerecht interpretieren zu können.
Der Kurs ist praxisorientiert aufgebaut und verbindet kaufmännische Grundlagen mit juristischen Fallbeispielen aus dem Bereich Herstellerhaftung und Wettbewerbsrecht. Ziel ist es, Mitarbeitende im Rechtsbereich zu befähigen, buchhalterische Zusammenhänge zu verstehen, finanzielle Auswirkungen rechtlicher Risiken zu analysieren und die Zusammenarbeit mit Finanzabteilungen fundiert zu unterstützen.