Der Kurs "Lohn- und Gehaltsbuchhaltung mit Arbeits- und Sozialversicherungsrecht (Level 3 - Erweiterte Konzepte) für Mitarbeiter im Personalwesen" vermittelt vertiefende Kenntnisse zur Entgeltabrechnung unter Einbeziehung komplexer arbeitsrechtlicher und sozialversicherungsrechtlicher Fragestellungen. Die Weiterbildung baut auf grundlegendes Vorwissen auf und richtet sich insbesondere an Mitarbeitende im Personalwesen, die regelmäßig mit anspruchsvollen Abrechnungsfällen, Sonderregelungen und rechtlichen Schnittstellen zwischen Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht konfrontiert sind.

Im Fokus stehen die korrekte Behandlung und rechtliche Einordnung von Sondervergütungen, Zuschlägen, Sachbezügen sowie unregelmäßigen Entgeltbestandteilen. Die Teilnehmenden lernen, wie steuer- und sozialversicherungsfreie sowie -pflichtige Anteile voneinander abzugrenzen sind und welche Auswirkungen dies auf die Nettolohnberechnung und Arbeitgeberkosten hat. Hierbei werden auch aktuelle gesetzliche Änderungen und ihre praktische Umsetzung in der Abrechnungspraxis berücksichtigt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Abrechnung und rechtlichen Bewertung besonderer Beschäftigungsformen. Dazu gehören u. a. geringfügige Beschäftigung, kurzfristige Beschäftigung, Werkstudententätigkeit, Altersteilzeit sowie befristete Arbeitsverhältnisse mit Sonderregelungen. Die Teilnehmenden lernen, welche Meldepflichten gegenüber den Sozialversicherungsträgern bestehen, wie Beitragsnachweise erstellt werden und was im Rahmen der DEÜV zu beachten ist.

Besondere Aufmerksamkeit gilt zudem der Abrechnung von Fehlzeiten und Ausfallzeiten. Der Kurs behandelt ausführlich die korrekte Umsetzung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bei Mutterschutz und Elternzeit sowie bei Pflegezeit und unbezahlter Freistellung. Ergänzt wird dies durch einen Überblick über die Regelungen der Umlageverfahren U1, U2 und U3 sowie deren konkrete Anwendung bei Rückerstattungen und Abrechnungsbesonderheiten.

Im arbeitsrechtlichen Teil des Kurses werden vertiefende Kenntnisse zu tariflichen Sonderregelungen, betrieblichen Vereinbarungen und arbeitsvertraglichen Gestaltungsoptionen vermittelt. Es wird erläutert, welche Rolle das Nachweisgesetz, das Mindestlohngesetz und das Teilzeit- und Befristungsgesetz im Zusammenhang mit der Abrechnung spielen. Zudem werden Grundlagen der Prüfung durch die Deutsche Rentenversicherung und das Finanzamt dargestellt, insbesondere mit Blick auf Prüfungsrisiken und die korrekte Dokumentation.

Die Teilnehmer arbeiten im Kurs mit umfangreichen Fallbeispielen, die praxisnahe Szenarien aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen abbilden. Ziel ist es, die Anwendungssicherheit in der Abrechnung komplexer Sachverhalte zu erhöhen und zugleich ein fundiertes Verständnis für rechtliche Zusammenhänge zu entwickeln. Auf Rückrechnungen, Korrekturen und rechtssichere Nachweise wird dabei ebenso eingegangen wie auf die Anforderungen bei Jahreswechseln und bei Beendigung von Arbeitsverhältnissen.

Vorausgesetzt werden Kenntnisse der Grundlagen der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Juristische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; relevante Gesetze und Verordnungen werden im Kurs ausführlich erläutert und anwendungsbezogen aufbereitet.

Am Ende des Kurses steht ein institutsinternes Zertifikat, das die vermittelten Inhalte und behandelten Themen dokumentiert. Die Teilnehmenden verfügen nach erfolgreichem Abschluss über erweiterte Kompetenzen, um auch komplexere Abrechnungssituationen rechtssicher zu bearbeiten und arbeits- sowie sozialversicherungsrechtliche Vorgaben in ihrer täglichen Arbeit sicher umzusetzen.