Im vierten Handlungsfeld des Bilanzbuchhalter-Lehrgangs steht das Finanzmanagement als zentrale betriebswirtschaftliche Steuerungsfunktion im Fokus. Die Teilnehmenden befassen sich mit der Aufgabe, finanzwirtschaftliche Prozesse im Unternehmen zu analysieren, zu planen, zu steuern und zu überwachen. Ziel ist es, die dauerhafte Zahlungsfähigkeit zu sichern, den Finanzierungsspielraum zu gestalten und Kapitalstrukturen unter Rentabilitäts- und Risikogesichtspunkten zu optimieren.
Im Zentrum stehen Methoden der Liquiditätsplanung und -steuerung. Die Teilnehmenden lernen, kurz- und mittelfristige Zahlungsströme zu erfassen und Instrumente zur Sicherstellung der Liquidität anzuwenden. Dabei werden auch Aspekte wie Working Capital Management, Cashflow-Analysen und die Einordnung von Finanzkennzahlen in die Unternehmenssteuerung behandelt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Investitionsrechnung. Die Teilnehmenden wenden statische und dynamische Verfahren an, bewerten Investitionsvorhaben nach Rentabilität, Amortisationsdauer und Kapitalwert und analysieren deren Auswirkungen auf Vermögens- und Ertragslage. Ergänzend dazu werden betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen der Finanzierung behandelt, einschließlich Eigen- und Fremdfinanzierung, Leasing, Factoring und alternativer Finanzierungsformen.
Darüber hinaus umfasst das Handlungsfeld die Aufgaben des Finanzcontrollings, insbesondere die Überwachung der Finanzierungsstruktur, die Analyse des Kapitalbedarfs sowie die Bewertung finanzwirtschaftlicher Risiken. Relevante Schnittstellen zu Bereichen wie Rechnungswesen, Controlling und Unternehmensführung werden berücksichtigt.
Dieses Handlungsfeld befähigt die Teilnehmenden, finanzwirtschaftliche Entscheidungen fundiert vorzubereiten, Kennzahlen zu interpretieren und die finanziellen Auswirkungen betrieblicher Maßnahmen zu beurteilen. Es fördert ein tiefgehendes Verständnis für die finanzielle Stabilität und Handlungsfähigkeit von Unternehmen in unterschiedlichen Markt- und Finanzierungssituationen.