Je nach Verletzung in Regionen des Stammhirns wird vom Phänomen der Streck- oder Beugespastik gesprochen. Menschen in "Embryonalhaltung" liegen in Pflegeheimen und führen ein kaum nachzuvollziehendes Dasein unter der körperlich orientierten Pflege. Behinderte Erwachsene mit erhöhten Tonus und spastisch dominierenden Bewegungen leben in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Und dann geht die Spastik häufig zusätzlich mit Kontrakturen einher.

In der Literatur finden sich nur medizinische und funktionell orientierte Ansätze, die therapeutisch eine Verbesserung und Reduzierung dieser Phänomene anstreben. Diese Möglichkeiten sind zu wenig, damit Pflege, betreuende Dienste und Therapeuten im ambulanten und stationären Langzeitbereich diese Menschen hilfreich begleiten und situationsbezogen angemessen reagieren können.

Im Seminar wird ein phänomenologischer und beziehungsorientierter Ansatz als Basis herangezogen, um Antworten auf das Erscheinungsbild der verschiedenen spastischen Haltungen zu finden. Zudem werden Grundannahmen und Erfahrungswissen aus den unterschiedlichen pflege-therapeutisch-pädagogischen Konzepten (Basale Stimulation, Kinästhetik, Bobath, PNF, Affolter u.a.) benannt und zusammengeführt, um davon Handlungsmöglichkeiten abzuleiten.

Neben Demonstrationen stehen Einzelerfahrungen und Partnerübungen als pädagogische Mittel im Zentrum dieser Fortbildung. Die Erfahrungen und Fragen der TeilnehmerInnen werden gezielt aufgegriffen und dann gemeinsam Problemlösungsansätzen entwickelt. Die Veranstaltung hat das Ziel, dass die TeilnehmerInnen mit neuen Ideen, Handlungsansätzen und einer kritisch-konstruktiven Haltung in ihr Praxisfeld zurückgehen und dem Phänomen der spastischen Haltung alltagsbezogen begegnen.