Zielsetzung des Kurses
Der Kurs Barrierefreies UX Design behandelt die Konzeption, Gestaltung und Evaluation nutzerfreundlicher und zugänglicher digitaler Produkte. Im Mittelpunkt stehen Anforderungen aus UX-Design, Interaktionsgestaltung und Webentwicklung unter Berücksichtigung von Barrierefreiheitsstandards. Ziel ist die Vermittlung von Methoden zur Umsetzung barrierearmer User Interfaces nach anerkannten Richtlinien. Dazu gehören die Ableitung von Anforderungen, die Durchführung von Tests mit assistiven Technologien und die Dokumentation der Ergebnisse im Gestaltungsprozess.

Inhalte
Einführung in Barrierefreiheit im UX-Kontext mit Begriffsklärung, Nutzergruppen, Behinderungsdimensionen und Auswirkungen auf Interaktion, Navigation und Informationsarchitektur
Normen, Richtlinien und rechtliche Rahmenbedingungen, einschließlich WCAG, EN 301 549, BITV sowie Anforderungen an Konformitätsstufen und Nachweisführung
Gestaltungs- und Interaktionsprinzipien: Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit, Robustheit; Farb- und Kontrastgestaltung, Typografie, Fokusführung, Tastaturnavigation, Fehlermeldungen und Formulare
Umsetzung in Design- und Entwicklungspraxen: Pattern Libraries, Design Tokens, semantische Struktur, ARIA-Rollen, Alternativtexte, Medienuntertitelung und Transkripte
Nutzerforschung und Testing: Zugängliche Research-Setups, Prototyping, Screenreader-Checks, Tastatur- und Zoom-Tests, Heuristiken sowie Auswertung und Ableitung von Maßnahmen
Dokumentation und Qualitätssicherung: Accessibility-Statements, Issue-Tracking, Abnahmeprozesse, Übergabe an Entwicklung und Monitoring im Betrieb

Lernziele
- Identifikation von Barrieren in Navigation, Formularen und Interaktionsmustern anhand definierter Kriterien
- Anwendung der WCAG-Erfolgskriterien auf Wireframes und Prototypen zur Ableitung konkreter Anpassungen
- Erstellung semantischer Strukturen und Alternativtexte sowie Durchführung von Tastatur- und Screenreader-Tests
- Entwicklung barrierearmer Komponenten in Design-Systemen inklusive Fokusmanagement und Zustandsdarstellung
- Bewertung von Interfaces mithilfe von Heuristiken und Dokumentation der Ergebnisse in Accessibility-Reports
- Implementierung von Prozessen zur kontinuierlichen Qualitätssicherung mit Checklisten und Abnahmeprotokollen

Berufsperspektiven
Die Kursinhalte finden Anwendung in Berufsfeldern wie UX- und UI-Design mit Schwerpunkt auf zugänglichen Benutzeroberflächen. Typische Tätigkeitsfelder umfassen Accessibility-Consulting und Qualitätssicherung in digitalen Projekten mit Bezug zu Richtlinienkonformität. Der Kurs adressiert Inhalte für Tätigkeiten wie Frontend-Entwicklung mit Fokus auf semantisches Markup, ARIA und komponentenbasierte Design-Systeme. Weitere Einsatzbereiche liegen im Produktmanagement mit Verantwortung für Anforderungsdefinition, Abnahme und Dokumentation von Barrierefreiheit.

Zusammenfassung
Der Kurs Barrierefreies UX Design behandelt Gestaltung, Umsetzung und Prüfung zugänglicher digitaler Produkte auf Basis anerkannter Richtlinien. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden Gestaltungsprinzipien, technische Umsetzung und Testverfahren mit assistiven Technologien thematisiert. Die vermittelten Inhalte knüpfen an Tätigkeitsfelder im UX-/UI-Design, in der Frontend-Entwicklung sowie im Accessibility-Consulting an.