Zielsetzung des Kurses
Der Kurs Gender-inclusive Design behandelt Gestaltungsprinzipien, Methoden und Prozesse zur geschlechterinklusiven Ausrichtung digitaler und analoger Produkte. Im Mittelpunkt stehen Designforschung, Informationsarchitektur und Interaktionsgestaltung mit Fokus auf inklusive Sprache, visuelle Systeme und Nutzungsabläufe. Behandelt werden normative Rahmenbedingungen, Barrierefreiheit nach geltenden Standards sowie evaluative Verfahren im UX-Kontext. Ziel ist die Vermittlung eines methodischen Vorgehens zur Integration genderinklusiver Kriterien in den Design- und Entwicklungsprozess.

Inhalte
Einordnung und Begriffsbestimmung: Grundlagen zu Gender, Diversität und Inklusion im Design, Unterscheidung zwischen Barrierefreiheit, Usability und Inklusivität, rechtliche und normative Orientierung wie Gleichbehandlungsgrundsätze und Accessibility-Richtlinien.
Research und Anforderungsaufnahme: Nutzerforschung mit divers zusammengesetzten Stichproben, Interview- und Testleitfäden mit genderinklusiver Sprache, Personas und Empathy Maps unter Berücksichtigung variierender Identitäten, Ableitung von Anforderungen.
Konzeption und Sprache: Informationsarchitektur mit geschlechtsneutralen Pfaden, Mikrocopy und Formulartexte ohne Stereotype, Anrede- und Namensfelder, Datenerhebung zu Geschlecht mit optionalen und differenzierten Auswahlmöglichkeiten, Fehlermeldungen und Hilfetexte.
Visuelles und Interaktionsdesign: Iconografie und Bildwelten ohne Zuschreibungen, Farb- und Kontrastwahl im Spannungsfeld Lesbarkeit und Repräsentation, Komponentenbibliotheken, Zustandslogiken, Responsive-Verhalten und Eingabevalidierung.
Prototyping und Evaluation: Erstellung von Low- bis High-Fidelity-Prototypen, Testplanung mit inklusivem Screening, Moderation von Usability-Tests, Metriken zur Erfassung von Zugänglichkeit, Verständlichkeit und Fehlerraten, Auswertung und Iteration.
Implementierung und Governance: Übergabe an Entwicklung, Dokumentation in Design-Systemen, Guidelines und Checklisten, Review-Prozesse, Monitoring von Nutzungsdaten und Feedbackkanälen, kontinuierliche Pflege und Versionierung.

Lernziele
- Analysieren von Benutzeroberflächen hinsichtlich genderbezogener Barrieren, Stereotype und Ausschlussmechanismen
- Identifizieren von Anforderungen an Sprache, Datenerhebung und Interaktionsmuster für geschlechterinklusive Nutzungsszenarien
- Erstellen von Wireframes und Prototypen mit geschlechtsneutraler Mikrocopy, Formularlogik und zugänglichen Komponenten
- Durchführen von Nutzerinterviews und Usability-Tests mit diverser Stichprobe inklusive Auswertung anhand definierter Metriken
- Integrieren von Richtlinien zu Barrierefreiheit und inklusiver Gestaltung in Design-Systeme, Styleguides und Übergabedokumente
- Implementieren von Review- und Governance-Prozessen zur kontinuierlichen Qualitätssicherung genderinklusiver Designs

Berufsperspektiven
Die Kursinhalte finden Anwendung in Berufsfeldern wie UX/UI-Design, insbesondere bei der Ausarbeitung von Informationsarchitektur, Komponenten und Mikrocopy. Typische Tätigkeitsfelder umfassen Produktmanagement in digitalen Projekten mit Fokus auf Anforderungsdefinition und Qualitätssicherung. Der Kurs adressiert Inhalte für Tätigkeiten wie Content-Design und Technical Writing, etwa bei der Erstellung inklusiver Texte, Formulare und Hilfesektionen. Einsatzmöglichkeiten bestehen zudem im Bereich Research Operations und UX-Research mit Schwerpunkt Rekrutierung, Testplanung und Auswertung.

Zusammenfassung
Der Kurs Gender-inclusive Design behandelt Verfahren zur Konzeption, Prüfung und Dokumentation geschlechterinklusiver Gestaltungsentscheidungen in digitalen und analogen Produkten. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden Research, Sprache, visuelles Design, Prototyping und Governance in strukturierter Form aufgearbeitet. Die Inhalte lassen sich in Tätigkeitsfeldern wie UX/UI-Design, Produktmanagement, Content-Design und UX-Research anwenden.