Zielsetzung des Kurses
Der Kurs Grafikdesign für Barrierefreiheit behandelt die Gestaltung visueller Kommunikation mit Fokus auf wahrnehmbare, verständliche und nutzbare Gestaltungslösungen. Im Zentrum stehen Richtlinien wie WCAG, EN 301 549 und ihre Übertragung in grafische Gestaltung. Thematisiert werden Anforderungen an Typografie, Farbe, Kontrast, Layout, Bild- und Ikonografie sowie alternative Darstellungsformen. Ziel ist die Vermittlung anwendungsbezogener Vorgehensweisen für inklusive Gestaltung in digitalen und gedruckten Medien.

Inhalte
Grundlagen der Barrierefreiheit: Begriffsbestimmungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Normen und Richtlinien (u. a. WCAG, EN 301 549), Prinzipien der Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit, Rollen im Gestaltungsprozess und Dokumentation von Anforderungen
Typografie und Lesbarkeit: Schriftwahl, Laufweite, Zeilenlänge, Hierarchien, Skalierbarkeit, Kontrast von Text und Hintergrund, Alternativen für variable Schriftgrößen, Umgang mit Kapitälchen, Kursiv- und Fettschrift, Unterstreichungen und Linkkennzeichnung
Farbe und Kontraste: Berechnung von Kontrastverhältnissen, Farbkombinationen für verschiedene Sehprofile, Einsatz von Muster- und Formcodierung als Ergänzung zur Farbe, Farbmanagement für Bildschirm und Druck, Testverfahren und Tools
Layout und Interaktion: Strukturierung durch Überschriften und Gliederungsebenen, konsistente Navigationsmuster, Fokusindikatoren, Touch-Zielgrößen, Responsivität, Raster und Weißraum, barrierearme Komponenten wie Formulare, Tabellen und Infografiken
Medien und Alternativen: Erstellung textlicher Alternativen für Bilder und Grafiken, Beschreibung komplexer Diagramme, Untertitelung und Transkription für Bewegtbild, Audiodeskription, Dateiformate und barrierearme Exportoptionen in PDF und Web
Qualitätssicherung: Prüfprozesse, Heuristiken und Checklisten, Nutzertests mit assistiven Technologien, Prototyping und iterative Anpassung, Dokumentation der Konformität und Zusammenarbeit mit Entwicklung und Redaktion

Lernziele
- Analysieren von Layouts und Grafiken hinsichtlich Kontrast, Lesbarkeit und Navigierbarkeit anhand definierter Kriterien
- Identifizieren von Barrieren in Typografie, Farbwahl, Ikonografie und Interaktion in bestehenden Designs
- Anwenden von Kontrastberechnungen und Typografieregeln zur Erstellung barrierearmer Text- und Farbkonzepte
- Erstellen von Alternativtexten, Untertiteln und strukturierten PDF-Exports nach vorgegebenen Normen
- Entwickeln von Layouts mit konsistenter Struktur, Fokusführung und skalierbaren Komponenten für Web und Print
- Integrieren von Prüf- und Testschritten mit assistiven Technologien in den eigenen Gestaltungsprozess

Berufsperspektiven
Die Kursinhalte finden Anwendung in Berufsfeldern wie Kommunikationsdesign und Corporate-Design-Umsetzung mit Schwerpunkt auf barrierearmer Visualisierung.
Typische Tätigkeitsfelder umfassen UI-/UX-Design mit Fokus auf zugängliche Interface-Komponenten, Musterbibliotheken und Designsysteme.
Der Kurs adressiert Inhalte für Tätigkeiten wie Content- und Medienproduktion, einschließlich Bild, Video, Infografik und barrierearmer Publikationsformate.
Einsatzmöglichkeiten bestehen zudem im Bereich Qualitätssicherung und Accessibility-Consulting mit Bezug auf Designaudits und Dokumentation.

Zusammenfassung
Der Kurs Grafikdesign für Barrierefreiheit behandelt Gestaltungsmethoden zur Erstellung zugänglicher visueller Kommunikationsmittel in digitalen und gedruckten Medien. Im Rahmen dieser Weiterbildung werden Richtlinien, Typografie, Farbkontraste, Layout, Alternativen für Medieninhalte und Qualitätssicherung bearbeitet. Die vermittelten Themen finden Anwendung in Tätigkeitsfeldern wie Kommunikationsdesign, UI-/UX-Design, Medienproduktion und Qualitätssicherung.